Fußball: Die Liga hatte Aufsteiger Stöttwang bereits abgeschrieben


Eigentlich wollte der SV Stöttwang den Schwung aus der Meisterrunde in den Ligapokal mitnehmen. Doch die Coronakrise und der vorzeitige Abbruch macht der Mannschaft einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Coach Marco Schmitt, der nach dem Abschied von Hermann Rietzler wieder das Kommando übernommen hat, schaffte eine Trendwende bei den Ostallgäuern.

Musste der 39-Jährige beim ersten Spiel nach seiner Rückkehr noch eine 2:4 Niederlage gegen den TSV Ottobeuren hinnehmen, so schaffte er mit seinem Team in der Folge zwei Siege und ein Unentschieden, wobei auch gegen den BSK Olympia Neugablonz statt einem am Ende drei Punkte möglich gewesen wären.

Dass wir den letzten Tabellenplatz abgegeben haben, ist uns eindrucksvoll gelungen. Dies hatte sich bereits die Wochen zuvor abgezeichnet“, bilanzierte Marco Schmitt. Es sei eine Art Initialzündung gewesen. “Die Jungs haben sich in den drei Pflichtspielen saustark präsentiert”, freute sich Stöttwangs Übungsleiter über den Aufwärtstrend. Noch in der Vorbereitungsphase habe das Team die Hucke voll gehabt. “Die Mannschaft wurde zu Unrecht in der Öffentlichkeit so dargestellt!

Mit nunmehr 16 erreichten Punkten ist zwar theoretisch der Klassenerhalt noch möglich, doch gleicht dieses Unterfangen auch einer Herkulesaufgabe. Acht Zähler sind es auf einen Nichtabstiegsplatz. Bei noch fünf zu absolvierenden Pflichtspielen im Frühjahr 2021 ist noch alles möglich. Dennoch hatte Schmitt nach dem letzten Duell gegen Haunstetten (5:2 Sieg) ein weinendes und ein lachendes Auge.

Ich hatte gemischte Gefühle. Sicherlich haben wir uns über den Sieg gefreut, aber mit Blick auf die Vorrunde haben wir schon enorm viele Punkte liegenlassen“, verweist er dabei auf die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Dennoch sei der Glaube an sich selbst wieder zurück. “Die Liga hatte uns schon längst abgeschrieben. Jetzt haben wir noch die Chance, dass wir an den Relegationsplatz anklopfen können.”

Die Situation war vor seinem Rücktritt vom Rücktritt doch prekär. Coach Rietzler erreichte zum ReStart zwei Niederlagen gegen Türkgücü Königsbrunn (2:5) und Aystetten (0:4). “Es war ein Scherbenhaufen, den wir hatten“, waren dann nicht nur Vereinsführung und Mannschaft froh, dass Schmitt trotz beruflicher Herausforderung und deutlich weniger Zeit das Engagement annahm, um das Ruder herumzureißen. “Wenn Stöttwang bis zum Frühjahr niemanden als Trainer finden sollte, der auch hierher passt, dann ziehe ich das auf jeden Fall noch durch“, verspricht Schmitt.

Der Tabellenvorletzte hat nicht nur die Chance durch den Ligapokal die Klasse zu halten, sondern auch über die Meisterschaft. Doch dieses Kapitel wird spätestens im Frühjahr aufgeschlagen, wenn es wieder erlaubt ist, Fußball zu spielen. (sg)